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Anwendungsbereiche des Video-Home-Training VHT

Praxishandbuch - Videobasiertes Arbeiten in der Kinder- und Jugendhilfe

Komm, wir finden deine Schätze!

VHT als methodischer Zugang in den stationären Erziehungshilfen.
Während Komplexität und Herausforderungen eines ohnehin anspruchsvollen Arbeitsfeldes zunehmen, verschlechtern sich zeitgleich seine Arbeitsbedingungen. Um die notwendige hohe Professionalität zu sichern, braucht es auch methodische Zugänge, die diesen Anforderungen begegnen und professionelles Handeln fördern können.
Könnte VHT als eine Methode, welche neben den Adressat*innen auch die Ebene der Fachkräfte und deren Bedarfe mitdenkt, Lösungsansätze anbieten? VHT kann im stationären Rahmen mit Kindern und Jugendlichen, Eltern, im Hilfeplangespräch, zu diagnostischen Zwecken und in der Arbeit mit Fachkräften angewandt werden.
Professionelles Handeln verläuft nach Hiltrud von Spiegel (2020/2021) auf den Dimensionen WISSEN – KÖNNEN – HALTUNG. Inwiefern wirkt sich videobasiertes Arbeiten auf diese aus? Und welche Wirkungszusammenhänge zeichnen sich ab?
Diesen Fragen geht die vorliegende Arbeit mithilfe des qualitativen Verfahrens der Fokusgruppenforschung nach.

Kultursensible Gestaltung von Arbeitsbeziehungen in den Hilfen zur Erziehung. Video-Home-Training (VHT) als methodischer Zugang
Welche Anforderungen ergeben sich für die Kinder- und Jugendhilfe aus der zunehmenden kulturellen Vielfalt? Fachkräfte arbeiten mit Menschen verschiedenster Wertvorstellungen und Kulturen zusammen und es ist davon auszugehen, dass die Anforderungen an die Sensibilität im Umgang mit Diversität und Andersartigkeit zunehmen werden. Soll sich die Praxis der Erziehungshilfen also am aktuellen Bedarf orientieren, muss sowohl ein angemessener professioneller Umgang mit kultureller Vielfalt und Differenz gefunden werden als auch die Familie in der steigenden Komplexität ihrer Lebenslagen unterstützt werden. Insbesondere die Gestaltung der Arbeitsbeziehung zu den Adressat*innen als zentrale Grundlage für den Hilfeprozess rückt hierbei in den Fokus der Debatten. Für Fachkräfte stellt sich die Frage, wie diese vor dem Hintergrund der zunehmenden kulturellen Diversität ihrer Adressat*innen gelingend gestaltet werden kann.
Um dieser Frage nachzugehen, soll im Folgenden zunächst nach einem für die Erziehungshilfe passenden Kulturverständnis gesucht werden, auf dessen Basis es möglich wird zu begreifen, wie sich Kulturen in einer postmodernen Gesellschaft begegnen. Anschließend werden die im Zuge der Globalisierung veränderten Lebensrealitäten von Familien betrachtet und die Frage beantwortet, welche Anforderungen sich daraus für die Familien und auch für die Kinder- und Jugendhilfe ergeben. Im zweiten Teil der Arbeit soll sich dem Themenkomplex „Gestaltung von Arbeitsbeziehungen in den Erziehungshilfen“ genähert werden, wobei die Relevanz von Arbeitsbeziehung dargestellt und deren Konstitutionsbedingungen besprochen werden.
Daraufhin wird das Konzept der Kultursensibilität als Lösungsansatz zur gelingenden Gestaltung von Arbeitsbeziehungen mit Adressat*innen unterschiedlicher kultureller Hintergründe diskutiert. Das Nachdenken über Methode und Kultur und die Berücksichtigung kultureller Dimensionen im Kontakt erweist sich als komplexe Aufgabe, zeigt sich jedoch von erheblicher Relevanz für die professionelle Weiterentwicklung des Arbeitsfelds. So soll im dritten Teil der Arbeit die Methode Video-Home-Training (VHT) als methodischer Zugang zur kultursensiblen Gestaltung von Arbeitsbeziehungen diskutiert werden. An eine Darstellung der Grundlagen der Methode schließt der empirische Teil der Arbeit an, in dem eine Antwort auf die Frage gefunden werden soll, inwiefern VHT die kultursensible Gestaltung von Arbeitsbeziehungen unterstützen kann.

Wirkungsanalyse der videobasierten Beratungsmethode VHT im Kontext der Praxisqualifizierung von Berufsanfänger*innen im sozialen Bereich
Videobasierte Beratungsmethoden erfreuen sich insbesondere in Zeiten eines beschleunigten Trends zur Digitalisierung in allen Lebensbereichen zunehmend größerer Beliebtheit. Diese Arbeit beschäftigt sich explizit mit der in den Niederlanden entstandenen und mittlerweile in großen Teilen Europas etablierten videogestützten und ressourcenorientierten Beratungsmethode VHT. Der gemeinnützige Verein und gleichzeitig Dachverband, SPIN-DGVB Deutsche Gesellschaft für Videobasierte Beratung e.V., der für die Verbreitung und Entwicklung von VHT in allen deutschsprachigen Ländern zuständig ist, bat sowohl im Sinne einer Evidenzbasierung als auch einer methodischen Optimierung um eine Wirkungsanalyse dieser Methode im Kontext der Praxisqualifizierung von Berufsanfänger*innen im sozialen Bereich.
Das Forschungsziel der vorliegenden Arbeit besteht darin, den Blick vom häufig bereits untersuchten Anwendungsfeld „Familie“ auf die Arbeitsfelder der Sozialen Arbeit zu richten und die Wirkung von VHT in diesen Bereichen zu bestätigen. Im Vordergrund stehen dabei die Positiven Bilder als einer der vier Wirkfaktoren respektive Säulen von VHT. Hierzu wird die folgende Forschungsfrage gestellt: ‚In welchem Maße begünstigen die Positiven Bilder als ein Wirkfaktor der Methode VHT bei Berufseinsteiger*innen im sozialen Bereich den Beziehungsaufbau zu Klient*innen und führen zu positiven, selbstbewusstseinsfördernden und professionalitätsbildenden Ergebnissen sowie zu einer ressourcenorientierten beruflichen Identität?‘ Um diese Fragestellung beantworten zu können, wurde eine qualitative Studie mithilfe von Fokusgruppendiskussionen als Erhebungsinstrument durchgeführt. Dazu wurden zwei soziale Arbeitsfelder „Kindertagesstätte“ und „Kinder- und Jugendhilfe“ mit jeweils zwei Berufsanfänger*innen und zwei VHT-Professionals in zwei Fokusgruppen eingeteilt und befragt. Die anschließende Auswertung fand mit der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring statt.

Netzwerkorientierung zur Stärkung des professionellen Selbstbewusstseins von Video-Home-Training (VHT)

Videobasiertes Arbeiten (VHT) im Kontext elternaktivierender stationärer Erziehungshilfe

Videobasierte Beratung (VHT) als Gesundheitsförderung in sozialen Berufen
Die beiden vorliegenden Arbeiten blicken aus verschiedenen Perspektiven auf das Thema Fachkräftegesundheit und beleuchten dabei auf implizite und explizite Weise die damit verbundenen Themenkomplexe Resilienz, Selbstwirksamkeit, arbeitsbezogener Selbstwert und Selbstvertrauen, Gesundheitsförderung und Salutogenese. Während die erste Arbeit sich dem Thema theoretisch annähert, ermöglicht die zweite Arbeit im Sinne eines Erfahrungsberichts eine praktische, allem voran eine persönliche, Perspektive. Der erste Text entstand 2021 im Rahmen des Studiums der Sozialen Arbeit (Master of Arts) und stellt sich die Frage, welche Chancen die videobasierte Beratungsform VHT als gesundheitsförderndes Element für soziale Berufe bietet. Auf der Suche nach Ansatzpunkten, befasst sie sich hierzu mit den besonderen Belastungsfaktoren der Berufsgruppe und ordnet die Funktionsweise der Methode in die Wirkungsprinzipien der Prävention einerseits und der Gesundheitsförderung andererseits ein.
Bei der zweiten Arbeit handelt es sich um eine 2024 verfasste VHT-Coach-Abschlussarbeit. Der Erfahrungsbericht zeigt auf, wie die Methode VHT auf die Autorin während ihrer Ausbildung zur VHT-Professional wirkte, welche Resultate sie bezüglich ihrer beruflichen und persönlichen Entwicklung bisher hervorgebracht und welche innerlichen Prozesse sie angeregt hat.

Die Methode Video-Home-Training (VHT) aus Sicht der Erwachsenenbildung

Video-Home-Training (VHT) in WKS-orientierter Eingliederungshilfe
Mit VHT und WKS (Willem Kleine Schaars Modell) beschäftigt sich diese Arbeit mit zwei methodischen Ansätzen, die das Potenzial von Videobildern in der Arbeit mit Menschen mit Behinderungen nutzen. Der Blick in das Handlungsfeld der Eingliederungshilfe offenbart, dass Formen der Videoarbeit in der Praxis vereinzelt anzutreffen sind, aber auf Ebene des Fachdiskurses noch keine theoretische oder empirische Auseinandersetzung fanden. Dieser Lücke möchte sich die vorliegende Arbeit annähern. Sie stellt sich vor diesem Hintergrund die Frage, inwiefern sich videobasiertes Arbeiten in der Arbeit mit Menschen mit Behinderungen auswirkt. Hierzu möchte sie sich zunächst einen Überblick über Anwendungsformen der videobasierten Praxis im Handlungsfeld verschaffen. Weiter interessiert sie sich, inwiefern Chancen durch videobasiertes Arbeiten in der Eingliederungshilfe zu erkennen sind, ebenso wie für kritische Perspektiven.
Zuletzt möchte sie sich mit der Möglichkeit befassen, welche Brücken zwischen den benannten methodischen Ansätzen geschlagen werden könnten. Zur Beantwortung der Fragen werden drei qualitative Expert*inneninterviews mit einer*m WKS- und zwei VHT-Coaches durchgeführt.

Traumapädagogik und Video-Home-Training (VHT) zusammengedacht
Chancen und Grenzen eines videogestützten Verfahrens in der traumasensiblen Arbeit mit Kindern in stationären Hilfen zur Erziehung. Stationäre Hilfen zur Erziehung durchziehen als in hohem Maß intervenierende Maßnahme einen Großteil des Alltags der Adressat*innen Sozialer Arbeit. Mit dem Lebensbewältigungskonzept kann dabei der Aufbau von Ressourcen bei der Bewältigung kritischer Lebenskonstellationen als Ziel Sozialer Arbeit formuliert werden. Daneben steht die Stärkung der Adressat*innen mit der Neuerung des SGB VIII explizit im Vordergrund in der Durchführung von Maßnahmen. Darauf aufbauend geht diese Ausarbeitung literaturbasiert der Frage nach, inwiefern VHT und Traumapädagogik in der Praxis stationärer Hilfen zur Erziehung zusammengedacht werden und im Sinne des genannten Ziels zusammenwirken können.
Die Chance einer Kombination von VHT und traumasensibler Arbeit mit Kindern in stationären HzE wurde in ihrem Beitrag zu gelingender Interaktion als Vorstufe zu korrigierenden Beziehungs- und Bindungserfahrungen herausgearbeitet, die als wirksamster Faktor stationärer HzE in der Wirkungsforschung beschrieben werden und durch die Mentalisierungstheorie theoretisch fundiert werden konnte. Als Grenze der Kombination aus VHT und traumasensiblen Arbeiten wurde dargestellt, dass beide Ansätze methodischen Handelns nicht alle Aspekte kritischer Lebenskonstellationen zu unterstützen vermögen.

Zertifizierungsarbeiten des Ausbildungsmoduls VHT-Guide
Seit fast 30 Jahren werden pädagogisch-therapeutische Fachkräfte aus verschiedenen Arbeitsbereichen in der videobasierten Beratungsmethode VHT nach den SPIN-Richtlinien ausgebildet. Nachdem die Fachkräfte in den Ausbildungsmodulen VHT-Basiskurs und VHT-Practitioner einige Einblicke in die Arbeit mit Video erlangt haben, geht es im Modul VHT-Guide darum, die Kenntnisse zu vertiefen sowie die Methode selbstständig zur Interaktionsanalyse und für den fachlichen Austausch im eigenen Arbeitsfeld anzuwenden. In diesem Themenheft erwarten Sie und Euch sieben Zertifizierungsarbeiten aus dem Ausbildungsmodul VHT-Guide, die einen Einblick in die verschiedenen Einsatzfelder von VHT geben. Mit der Zertifizierungsarbeit von Jacqueline Vogt haben wir zudem eine Ausarbeitung, welche im Rahmen des VHT-Kontaktstudiums entstanden ist. Vorab informiert ein Exkurs über die Möglichkeit des VHT-Kontaktstudiums in Kooperation mit der Evangelischen Hochschule Ludwigsburg. Für einen spielerischen Ausklang sorgt das 2023 erschienene VHT-Kreuzworträtsel auf der letzten Seite des Heftes.
HINWEIS: Das E-Book und die Printversion unterscheiden sich hinsichtlich der Anzahl an Farbseiten. Um den Preis der Printversion für Sie so niedrig wie möglich zu halten, sind die Inhalte teilweise in Graustufen gedruckt.


